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Samstag, 31. Juli 2010

Adipositas

Inhalt

Was ist Adipositas bei Kindern?
Was sind Folgen der kindlichen Adipositas?
Wie entsteht Adipositas?
Wie kann Adipositas im Kindes- und Jugendalter behandelt werden?
Wie häufig kommt Adipositas bei Kindern vor?
Literaturhinweise  

Was ist Adipositas bei Kindern?

Adipositas wird definiert als ein übermässiger Anteil an Fettgewebe im menschlichen Körper. Zur Messung der Fettmasse wird der Body Mass Index (BMI) eingesetzt:

BMI = Körpergewicht (kg)
Körpergrösse (m)2

Formel für Online-Berechnung:
externer Link folgtwww.uni-hohenheim.de/wwwin140/info/interaktives/bmi.htm 

Im Erwachsenenalter werden BMI-Werte ≥ 25 als Übergewicht und BMI-Werte ≥ 30 als Adipositas definiert. Bei der Beurteilung des BMI im Kindes- und Jugendalter wird berücksichtigt, dass durch das Wachstum und die Pubertätsentwicklung alters- und geschlechtsspezifische Veränderungen der Körperzusammensetzung erfolgen. Um das individuelle Übergewicht/Adipositas zu beurteilen, werden bei Kindern und Jugendlichen altersbezogene Perzentilkurven für Mädchen und Jungen verwendet.

Perzentilkurven für Mädchen und Knaben:
externer Link folgtwww.landwirtschaft-mlr.baden-wuerttemberg.de/servlet/PB/menu/1165336/index.html

Übergewicht    =>        BMI: 90.-97. Perzentile

Adipositas       =>       BMI: > 90. Perzentil

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Was sind Folgen der kindlichen Adipositas?

Körperliche Folgen

Psychische und soziale Probleme

Exkurs: "Binge-Eating"
Adipöse Kinder weisen ein erhöhtes Risiko auf, eine "Binge-Eating"-Störung (BED) zu entwickeln. Erwachsene mit BED leiden unter regelmässigen Essanfällen, wobei im Unterschied zur Bulimie im Anschluss an die Essanfälle keine Massnahmen ergriffen werden, um einer Gewichtszunahme entgegenzusteuern (z.B. Erbrechen, Fasten, Gebrauch von Abführmitteln). Bereits Kinder und Jugendliche können unter den Symptomen einer BED leiden. Ähnlich wie bei Erwachsenen ist die "Binge-Eating"-Störung mit einem höheren Körpergewicht sowie häufiger vorkommenden psychischen Problemen verbunden.

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Wie entsteht Adipositas?

Genetische Einflüsse

Übergewicht/ Adipositas der Eltern wird als Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter betrachtet. Die genetische Veranlagung bestimmt, ob eine Person für Adipositas empfänglich ist. Ob sich im Laufe des Lebens eine Adipositas entwickelt, ist jedoch von weiteren Bedingungen abhängig. Es wird angenommen, dass die erbliche Veranlagung bis zu 60% an der Entstehung der Adipositas beteiligt ist. Die restlichen 40% werden dem Einfluss von Umweltfaktoren und psychologischen Faktoren zugeschrieben.

Daraus ergeben sich Ansatzpunkte für eine Behandlung des Übergewichts: durch eine Veränderung dieser Umweltfaktoren kann das Körpergewicht auch bei ungünstigen erblichen Voraussetzungen beeinflusst werden!

Umweltfaktoren

Psychologische Faktoren

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Wie kann Adipositas im Kindes- und Jugendalter behandelt werden?

Gemäss den Richtlinien der Expertenkommission der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter der Deutschen Adipositas Gesellschaft (2003) wird als Therapieziel bei adipösen Kindern ein gesundes Essverhalten, eine Steigerung der körperlichen Aktivität, sowie eine Reduktion von körperlichen Risikofaktoren angestrebt. Als erfolgreich gilt eine Behandlung, wenn die Kinder ihr Gewicht über 2 Jahre konstant halten können. In einem zweiten Schritt kann ein Gewicht unter dem 85. Perzentil angestrebt werden.

Die besten Erfolge in der kindlichen Adipositastherapie lassen sich mit einer Kombination von Ernährungsmanagement, körperlicher Aktivität und Verhaltenstherapie erzielen. Je nach Behandlungsprogramm und Alter des Kindes werden die Eltern in die Behandlung miteinbezogen, oder es erfolgt eine alleinige Beratung der Eltern mit dem Ziel, die Eltern zu „Trainern“ ihrer Kinder auszubilden.

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Wie häufig kommt Adipositas bei Kindern vor?

Die Häufigkeit und das Ausmass von Übergewicht und Adipositas nehmen weltweit zu. In westlichen Ländern sind eher Kinder aus sozial schwächeren Schichten betroffen, in den Ländern der Dritten Welt eher die Kinder der Mittel- und Oberschicht, die sich zunehmend am westlichen Lebensstil orientieren. In den USA hat die Zunahme an übergewichtigen Kindern ebenfalls eine Zunahme an der Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ II) zur Folge – diese Entwicklung wird wahrscheinlich zeitlich verschoben auch in Europa zu sehen sein. Gemessen an amerikanischen Referenzwerten, sind in der Schweiz 23% der Knaben und 25% der Mädchen zwischen 6-12 Jahren übergewichtig, 9% der Knaben und 10% der Mädchen sind adipös.

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Literaturhinweise

Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund. Empfehlungen für die Ernährung von übergewichtigen Kindern. Broschüre online bestellbar über externer Link folgtwww.fke-shop.de

Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund. Optimix Kochbuch für Kinder. Online bestellbar über externer Link folgtwww.fke-shop.de

Kolbe, H. & Weyrether, H. (2003). Mein Kind hat Übergewicht. Verlag Droemer Knaur.

Korsten-Reck, Ulrike (2001). Nina macht Mut. Erfolgreich gegen Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen. Verlag Ullstein HC.

Wabitsch, M., Zwiauer, K., Hebebrand, J., & Kiess, W. (Hrsg.). Adipositas bei Kindern und Jugendlichen. Grundlagen und Klinik. Berlin: Springer.

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Internet-Link

Schweizerische Adipositas-Stiftung (SAPS). externer Link folgtwww.saps.ch

Autorin

lic. phil. Barbara Schlup
Unter der Leitung von Prof. Silvia Schneider
Institut für Psychologie
Klinische Kinder- und Jugendpsychologie

Missionsstrasse 62a
CH- 4055 Basel
Telefon: 061 267 06 64
Fax: 061 267 06 59
E-Mail: Barbara.Schlup@dont-want-spamunibas.ch

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Die letzte Aktualisierung dieses Dokuments erfolgte am 18. Februar 2008