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Donnerstag, 17. Mai 2012

Mobbing

Inhalt

Was ist Mobbing?
Was ist Mobbing nicht?
Wie entsteht Mobbing?
Mobbing-Opfer
Symptome
Folgen für den Betrieb
Wie wird Mobbing behandelt?
Literatur-Hinweise

Was ist Mobbing?

Obwohl der Begriff Mobbing sehr trendig ist und häufig verwendet wird, gibt es keine allgemein anerkannte Definition davon. Mobbing liegt klassischerweise dann vor, wenn eine Person am Arbeitsplatz, in einer Organisation oder in der Schule fortgesetzt geärgert und schikaniert wird. Der Begriff ‘Mobbing’ leitet sich vom englischen ‘mob’ ab. Dies beschreibt den Pöbel, eine Menschenmenge, in der eine gewisse destruktive Aggressivität brodelt.

Was ist Mobbing nicht?

Nicht als Mobbing bezeichnet werden alltägliche Spannungen und Konflikte wie z. B.:

Wie entsteht Mobbing?

Bei Mobbing handelt es sich um einen komplexen Prozess, welcher mit allen Beteiligten, dem Arbeitsumfeld, der Organisation und der Art zwischenmenschlicher Interaktion innerhalb dieser Organisation zu tun hat. Meist führen unklare strukturelle und arbeitsorganisatorische Abläufe bei teilweise mangelnder sozialer Kompetenz im Kader zu einer destruktiven Gruppendynamik. Autoritätsgläubigkeit, Überangepasstheit, Einschüchterung und Kontrolle, Angst vor Image- und/oder Arbeitsplatzverlust sowie mangelnde Zivilcourage unterstützen die Entwicklung einer Mobbing-Dynamik. Neid und Eifersucht unter Mitarbeitern können die feindseligen Handlungen verstärken. Weitere Faktoren auf Team- und/oder Führungsebene fördern derartige Verstrickungen, z.B. eine allgemeine Hilflosigkeit (‘was kann ein Einzelner schon ausrichten’), das Prinzip der delegierten Verantwortung (‘das ist doch nicht meine Aufgabe’) oder Resignation (‘man lässt am besten alles so, wie es ist und redet nicht darüber’).

Mobbing findet in der Schweiz nach bisher vorliegenden Studien an erster Stelle von oben nach unten statt. An zweiter Stelle wird auf gleicher Hierarchiestufe gemobbt. Gemobbt wird mehrheitlich innerhalb des gleichen Geschlechts. Frauen bevorzugen Mobbing-Handlungen wie Gerüchte verbreiten, jemanden lächerlich machen oder ständig Kritik üben. Männer neigen eher zu Strategien wie Zuweisung minderwertiger Arbeit, häufiges Unterbrechen, jemanden nicht ernst nehmen oder wie Luft behandeln, mit Andeutungen drohen oder politische und religiöse Einstellungen kritisieren.

Mobbing-Opfer

Mobbing entsteht in einer konflikt-belasteten Kommunikation, in der eine oder mehrere Personen gegen eine andere Person verbal und/oder nonverbval psychische und/oder physische Gewalttätigkeiten ausüben. Im Handlungsverlauf kristallisiert sich ein Opfer heraus. Dieses kann sich aufgrund der ungleichen Machtverteilung nicht richtig verteidigen. Entgegen der weit verbreiteten Meinung handelt es sich bei den Betroffenen nicht um exzentrische Leute oder schwache Persönlichkeiten. Selbstsichere, korrekte, qualifizierte und kreative Angestellte sind ebenso häufig Zielscheibe des Psychoterrors am Arbeitsplatz. Aufgrund der bisherigen Studien lässt sich auch kein klarer Schluss ziehen, ob Frauen mehr oder öfters gemobbt werden als Männer. Es kann also grundsätzlich jeden treffen.

Symptome

Mobbing hat weitreichende negative Folgen sowohl für die Gesundheit als auch für die berufliche und private Situation des Opfers. Konkrete Symptome können sein:

Demotivation, Ohnmachtsgefühle, innere Kündigung, Leistungs- und Denkblockaden,
Konzentrationsstörungen und vermehrte Fehleranfälligkeit, Selbstzweifel an den eigenen Fähigkeiten, Ängste, Herz-Kreislauf-Probleme, Magen-Darm- Probleme, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Alpträume, Rückenschmerzen, Weinkrämpfe, erhöhte Infektionsanfälligkeit, Tinnitus (Dauerton im Ohr), Depression, erhöhte Aggressivität. Das Klagen des zunehmend hilfloseren Opfers bei Angehörigen, Freunden oder Kollegen kann zudem dazu führen, dass sich das Opfers auch ausserhalb des eigentlichen Mobbing-Prozesses sozial isoliert.

Folgen für den Betrieb

Mit der Kündigung, Entlassung oder Freistellung eines Angestellten ist die Ursache, die zu Mobbing-Handlungen geführt hat, meist nicht verschwunden. Solange der Konflikt im Betrieb nicht gelöst wird, droht eine Wiederholung. Nach einem Mobbing-Fall verschlechtert sich das Betriebsklima oft zusätzlich. Die Kreativität und die Einsatzbereitschaft lassen nach, Fehlzeiten, innere Kündigung und Personalfluktuation nehmen zu. Dies führt zu erhöhten Betriebskosten. Durch Produktionsrückgänge und Qualitätsminderung entstehen zudem Wettbewerbsnachteile.

Wie wird Mobbing behandelt?

Die Mobbing-Ursachen im Betrieb sind oftmals der Kern einer Mobbing-Problematik. Das Stoppen der genannten Faktoren verringert die Mobbing-Ursachen erheblich und wirkt mindestens präventiv. Betroffene sollen versuchen, dem Täter möglichst klare Grenzen zu setzen, wenn ihnen dies möglich ist und sie sich in der dazu notwendigen psychischen Verfassung befinden. Fehlt dieses klare „Stopp!“ kann sich der Täter bestätigt darin fühlen, ruhig weiter mobben zu können. In der Regel empfiehlt es sich, die Unterstützung eines Mobbing-Beraters zu suchen. In vielen Fällen sehen jedoch Mobbing-Opfer als einzigen Ausweg die eigene Kündigung. Die psychischen Belastungen, welchen Opfer in der akuten Mobbing-Situation, aber auch noch nach erfolgter Kündigung, ausgesetzt sind, machen oft eine psychotherapeutische Behandlung notwendig.

Als nützliches Hilfsmittel für Opfer hat sich das Mobbing-Tagebuch herausgestellt. Darin hält man jedes Mal die Uhrzeit und die jeweilige Situation fest, in der gemobbt wurde. Wer hat welche Handlung begangen? War jemand anwesend und hat die Situation eventuell mitbekommen? Wie habe ich mich gefühlt dabei? Eventuelle körperliche oder gesundheitliche Reaktionen als Folge werden ebenso vermerkt wie in welchem zeitlichen Abstand sie aufgetreten sind. Sollte es aufgrund des Mobbings zu einer Gerichtsverhandlung kommen, bietet dieses Mobbing-Tagebuch eine gute Hilfe zur Beweissicherung.

Literatur-Hinweise

Internet-Links

externer Link folgtwww.mobbing-zentrale.ch

Link zur Adresse des Autors

lic. phil. Andi Zemp
Fachpsychologe für Psychotherapie FSP
Verhaltenstherapeut SGVT
Privatklinik Wyss AG
Fellenbergstrasse 34
3053 Münchenbuchsee
031 868 33 90
079 397 71 00

externer Link folgtwww.privatklinik-wyss.ch
andi.zemp@dont-want-spampsychologie.ch

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Die letzte Aktualisierung dieses Dokuments erfolgte am  3. Februar 2009