Kursdetail
Wenn News zur Belastung werden: Kognitiv-behaviorale Interventionen bei digitaler Informationsüberflutung
04.06.2027, 9.00 - 17.30, Zürich - Liebfrauen (Raum B)
Wenn Nachrichten belasten - Nachrichtenvermeidung (News Avoidance) zwischen Mediennutzung und Psychotherapie
Der Anteil der Schweizer:innen, die angeben, häufig oder zumindest gelegentlich aktiv auf Nachrichten zu verzichten, steigt seit Jahren kontinuierlich und liegt derzeit bei rund 39%. Als Gründe werden negative Stimmungseffekte, die Dominanz von Krisen- und Konfliktthemen, Informationsüberlastung, mangelnde persönliche Relevanz, Politiküberdruss oder sinkendes Medienvertrauen genannt. Der Kurs bietet eine Einführung in das Phänomen News Avoidance und beleuchtet zentrale theoretische Ansätze sowie aktuelle empirische Befunde zum Wandel des Nachrichtenkonsums. Diskutiert werden individuelle, gesellschaftliche und mediale Faktoren von Nachrichtenvermeidung und Nachrichtenmüdigkeit, mit besonderem Fokus auf News Deprivation, junge Medienrepertoires und plattformisierte Informationsumgebungen.
Der psychotherapeutische Teil widmet sich der Frage, welche Bedeutung News Avoidance für psychische Gesundheit und psychotherapeutische Praxis hat. Aus verhaltenstherapeutischer Perspektive wird diskutiert, wann Nachrichtenvermeidung eine adaptive Strategie zum Umgang mit Belastung und negativen Emotionen darstellt – und wann sie als Vermeidungs- oder Sicherheitsverhalten psychische Probleme aufrechterhalten kann. Im Fokus stehen Konzepte wie emotionale Vermeidung, Unsicherheitsintoleranz und Emotionsregulation sowie deren Relevanz für Angststörungen, Depression und stressbezogene Belastungen. Anhand aktueller Forschung und praxisnaher Beispiele wird aufgezeigt, wie News Avoidance, Nachrichtenstress und digitale Informationsumwelten in Anamnese, Fallkonzeption und psychotherapeutische Behandlung integriert werden können.
Zielgruppe
Psychotherapeut:innen, Psycholog:innen, Psychiater:innen
Anerkennung
Wird beantragt. Nach Bestätigung:
Kann bei der FSP als Fortbildung angegeben werden. Ist als Fortbildung bei der SAPPM und der SGPP mit je 7 Credits (1 Tag) anerkannt.
ReferentIn
Prof. Dr. Colin Porlezza / Dr. phil. Valentina Rauch-Anderegg
Colin Porlezza ist Associate Professor für Digital Journalism und Direktor des Institute of Media and Journalism an der Università della Svizzera italiana (USI) in Lugano. Zudem ist er Senior Honorary Research Fellow am Department of Journalism von City St George’s, University of London, sowie Knight News Innovation Fellow an der Columbia University. Seine Forschung bewegt sich an der Schnittstelle von digitalem Journalismus, Medien und Technologie. Er hat mehrere nationale und internationale Forschungsprojekte geleitet. Darüber hinaus ist er Vorstandsmitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Kommunikations- und Medienwissenschaft sowie Mitglied der Eidgenössischen Medienkommission.
Valentina Rauch ist promovierte Psychotherapeutin mit Postdoc an der Harvard Medical School. Nach ihrer Rückkehr in die Schweiz etablierte sie ihre eigene Praxis und verbindet klinische Arbeit, Lehre und berufspolitisches Engagement. Sie arbeitet als Psychotherapeutin, Supervisorin und Dozentin in der Aus- und Weiterbildung von Psychotherapeut:innen, leitet Workshops und ist regelmässig als Referentin tätig. Als Vizepräsidentin der SGVT und Vertreterin im europäischen Dachverband EABCT setzt sie sich für die Weiterentwicklung und Sichtbarkeit der Verhaltenstherapie in der Schweiz und Europa ein.
Kursdetails
- 04.06.2027, 9.00 - 17.30
- 1 Tag, 8 Arbeitsstunden à 50 Min.
- Maximale Teilnehmeranzahl: 20
Kursort
Zürich - Liebfrauen (Raum B)
Kosten
- CHF 200 für SGVT Mitglieder
- CHF 270 für nicht-Mitglieder
Anmeldeschluss
14.05.2027
Anmeldung
Wenn News zur Belastung werden: Kognitiv-behaviorale Interventionen bei digitaler Informationsüberflutung
04.06.2027, 9.00 - 17.30, Zürich - Liebfrauen (Raum B)
CHF 200 für SGVT Mitglieder / CHF 270 für nicht-Mitglieder